{"id":432,"date":"2005-10-10T19:25:14","date_gmt":"2005-10-10T13:55:14","guid":{"rendered":"http:\/\/tao.kaoart.info\/?p=69"},"modified":"2005-10-10T19:25:14","modified_gmt":"2005-10-10T13:55:14","slug":"junge-chinesische-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tao0.date\/?p=432","title":{"rendered":"Junge chinesische Kunst"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.ngla.de\/index.php?id=94,0,0,1,0,0\" target=\"_blank\">Kunst zwischen Ost und West<\/a> <\/p>\n<p>Stefanie Manthey, Muenchen <\/p>\n<p>Junge chinesische Kunst Marstall Landshut, 7. bis 23. Oktober 2005 Bei dem, was heute als chinesische Gegenwartskunst bezeichnet wird, handelt es sich ungeachtet seiner etwa f&uuml;nfundzwanzig Jahre zur&uuml;ckreichenden Geschichte kunst &ndash; und kulturgeschichtlich um ein junges Ph&auml;nomen. Dessen Anf&auml;nge liegen im zeitlichen Umfeld der ab 1979 einsetzenden Reformpolitik nach dem Tod Maos 1976. Die am 27. September 1979 er&ouml;ffnete Erste Ausstellung der Sternegruppe nahe der China Art Gallery in Peking markiert den Beginn ihrer Geschichte, bei dem bis heute im In- und Ausland Skandale um Aktionen und Werke mit breitem Medienecho eine gro&szlig;e Rolle spielen. Sie wurde zwei Tage nach der Er&ouml;ffnung auf amtliche Anordnung geschlossen. Dank der Unterst&uuml;tzung der Vorsitzenden des Chinesischen und des Pekinger K&uuml;nstlerverbandes, Jian Feng und Liu Xun konnte sie am 23. November wiederer&ouml;ffnet und bis zum 2. Dezember gezeigt werden. Internationalen Bekanntheitsgrad erlangte chinesische Gegenwartskunst 1999 durch die erstmalige Teilnahme von neunzehn chinesischen K&uuml;nstlern an der 48., von Harald Szeemann kuratieren Biennale von Venedig. Bei der 50. Biennale 2003 war China erstmals mit einem eigenen Pavillon vertreten. Gegenw&auml;rtig findet in Montpellier unter dem Titel MC1 als Abschluss des offiziellen Chinajahres der franz&ouml;sischen Regierung die erste Biennale f&uuml;r zeitgen&ouml;ssische chinesische Kunst statt. Das Kunstmuseum Bern pr&auml;sentiert in Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle unter dem Titel &bdquo;Mahjong&ldquo; derzeit mit der Sammlung des Schweizers Peter Sigg eingebettet in ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm die vermutlich bedeutendste Sammlung chinesischer Gegenwartskunst in Europa. Hier wird erstmals eine Historiographie vorgenommen, die den Zeitraum von 1979 bis 2004 in den Blick nimmt und diesen in vier Phasen untergliedert: Die postrevolution&auml;re Phase (1979-1984), die der &bdquo;Kunstbewegung von 1985 (1985-1989) und die &bdquo;post 89er-Phase&ldquo; (1989-1994). Ab 1995, so die Einsch&auml;tzung von Li Xianting ist die pluralistische Landschaft chinesischer Gegenwartskunst als Teil der globalisierten Welt zu verstehen. Vorgestellt wird die Sammlung in Themenfeldern, in denen sich Fragen der Kunst mit gesellschaftlichen Fragen durchdringen. Dazu z&auml;hlen Individuum vs. Gesellschaft, Konsumismus, Stadt vs. Land und das Thema K&ouml;rper in seiner N&auml;he zu politischen Themen wie nationaler, transnationaler und kultureller Identit&auml;t, Gentechnik und Bioethik. Bezeichnenderweise erlangte auch diese Ausstellung durch einen Skandal um die Arbeit Ruan von Xia Rao (geb. 1965) breites Medienecho. Diese besteht aus einer mit Formalin gef&uuml;llten Glasglocke, in der ein Wesen schwebt, das sich aus dem Kadaver einer M&ouml;we und dem Kopf eines menschlichen F&ouml;tus zusammensetzt. In der westlichen Welt scheint es ein Interesse daran zu geben, chinesische Gegenwartskunst mit dem uneingeschr&auml;nkt Gegenw&auml;rtigen, dem moralisch Enthemmten, dem befreienden Tabubruch und dem erotisch Exotischen in Verbindung zu bringen, und damit unreflektiert und &uuml;berst&uuml;rzt ausgetretene Pfade in der Auseinandersetzung zwischen &ouml;stlicher und westlicher Kultur zu betreten, die der tats&auml;chlichen Komplexit&auml;t k&uuml;nstlerischer Positionen und Arbeiten nicht gerecht werden. Mit der Pr&auml;sentation junger chinesischer Kunst in Landshut besteht die M&ouml;glichkeit einer eigenen Bestandsaufnahme vor Ort. Sie findet in einer Konstellation und Besetzung statt, die jenseits skandaltr&auml;chtiger Arbeiten f&uuml;r das skizzierte Spektrum an Themen, die in chinesischer Gegenwartskunst besonders manifest verhandelt werden exemplarischen Charakter beanspruchen kann. Grund daf&uuml;r ist die Tatsache, dass hier K&uuml;nstler zweier Generationen versammelt sind, die in den Medien Zeichnung, Malerei, Video und Performance in Anbindung an Kunsthochschulen in Deutschland (M&uuml;nchen, Dresden, Stuttgart) und China (Kumming\/ Provinz Yunnan, Quingdao\/ Provinz Shendong) leben und an den Themen arbeiten, die sie aufgrund ihrer Doppelperspektive auf &ouml;stliche und westliche Kunst und Kultur unmittelbar betreffen. Quingdao ist Teil deutscher Kolonialgeschichte in China. Hier war das deutsche Reich zwischen 1897 und 1914 kulturimperialistisch t&auml;tig. Die dortige Europasiedlung ist eines der wenigen Zeugnisse, die sichtbar an diese Zeit erinnern<\/p>\n<div class=\"articleText\">JUNGE CHINESISCHE KUNST<\/p>\n<p>Cheng Changwei, Fu Rao, Chen Qiulin, Hauchun Kwong, Jiang Jing, Jing Fang Li, Lei Yan, Shen Qin, Tao Yini, Xianwei Zhu, Xie Qi, Yi Sun, Zhang Qiong Fei, Zhangwei Ghuo, Zhao Bin<\/p>\n<p>im Marstall Landshut, L&auml;ndgasse 127<\/p>\n<p>Er&ouml;ffnung: Freitag, 07. Oktober 2005, 19.00 Uhr<br \/>Einf&uuml;hrung: Stefanie Manthey, M&uuml;nchen<\/p>\n<p>08. Oktober &#8211; 30. Oktober 2005<br \/>do, fr u. so 15.00 &#8211; 18.00 Uhr, sa 11.00 &#8211; 13.00 u. 15.00 &#8211; 18.00 Uhr<\/p>\n<p>F&uuml;hrung durch die Ausstellung: Sonntag, 16. Oktober 2005, 15.00 Uhr<br \/>Finissage: So, 30. Oktober 2005, ab 15.00 Uhr<\/p>\n<p>Veranstalter:<br \/>Neue Galerie Landshut e. V. <br \/>Kunstverein Landshut e. V.<br \/>Galerie in Bewegung e. V.<br \/>im Rahmen der China-Wochen des KulturFensters Landshut<\/p>\n<p>Dank an: <br \/>Peter Haarpaintner, Landshut, <br \/>Prof. Dr. Cornelia G&uuml;demann, Stuttgart <br \/>Tao Yini, Dresden<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>an der Schnittstelle zwischen Ost und West<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-432","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-contemporary-art"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tao0.date\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tao0.date\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tao0.date\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tao0.date\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tao0.date\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=432"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tao0.date\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/432\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tao0.date\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tao0.date\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tao0.date\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}